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Was versteht man unter Stellgliedlaufzeit (tt)?

Die Stellgliedlaufzeit ist eine vom Stellantrieb vorgegebene Größe, und deshalb nur beim Dreipunktschrittregler, bzw. stetigen Regler mit integriertem Stellungsregler relevant.
Unter der Stellgliedlaufzeit ist die Zeit einzustellen, die der Stellantrieb benötigt, um den nutzbaren Stellbereich in einem Zug zu durchlaufen.
Die Stellgliedlaufzeit kann nicht durch die Selbstoptimierung ermittelt werden, und ist unbedingt vor der Optimierung einzustellen.
Mit der Stellgliedlaufzeit erhält der Regler eine Information über die Wirkung der Stellimpulse. Bei einer Stellgliedlaufzeit von z. B. 20 Sekunden ist die prozentuale Stellgradänderung, bei gleichem Stellimpuls, wesentlich größer als bei einem Stellglied mit z. B. 100 Sekunden Laufzeit.
Bei der Auswahl/Dimensionierung von Stellantrieben ist zu beachten, dass eine kurze Stellgliedlaufzeit, von z. B. weniger als 10 Sekunden, zu großen Stellgradstufen und damit zu einer geringeren Regelgenauigkeit führt. Wenn man z. B. 0,5 Sekunden als kürzeste Stellimpulszeit annimmt, würden sich bei einer Stellgliedlaufzeit von 10 Sekunden nur noch 20 Stellschritte ergeben. Das bedeutet, dass der Stellgrad nur in Sprüngen von 5 % geändert werden kann.
Stellantriebe mit sehr langer Stellgliedlaufzeit können dagegen hinsichtlich der Dynamik nachteilig sein, weil die Regelung den Stellgrad nur relativ langsam ändern kann.
Probleme wegen zu kurzer Stellgliedlaufzeit sind in der Praxis jedoch häufiger, als Probleme die sich aus zu langen Stellgliedlaufzeiten ergeben.