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Was versteht man unter Proportionalbereich (Xp1, Xp2)?

Bei einem reinen Proportionalregler (P-Regler) verhält sich die Stellgröße (Reglerausgang Y), innerhalb des Proportionalbereiches (Xp), proportional zur Regelabweichung. Über den Proportionalbereich lässt sich die Verstärkung des Reglers an die Regelstrecke anpassen. Wird ein kleiner Proportionalbereich gewählt, so reicht schon eine kleine Regelabweichung aus, um 100 % Stellgrad zu erreichen, d. h. die Verstärkung nimmt mit kleinerem Proportionalbereich (Xp) zu. Der Regler reagiert bei kleinem Proportionalbereich schneller und heftiger. Ein zu kleiner Proportionalbereich führt zum Schwingen des Regelkreises. Eine Veränderung des Proportionalbereiches verändert in gleichem Maß auch das I- und D-Verhalten eines PID-Reglers.

Wenn der Proportionalbereich auf Null eingestellt wurde, ist die Reglerstruktur nicht wirksam. Dies bedeutet, der Regler arbeitet als reiner Grenzkontakt. Die eingestellte Hysterese, bzw. Schaltdifferenz ist wirksam, die Einstellungen für Vorhaltezeit und Nachstellzeit werden dagegen nicht berücksichtigt.
Bei allen Reglerarten, außer dem Dreipunktregler, ist nur der Proportionalbereich Xp1 relevant. Nur beim Dreipunktregler sind, für die beiden Wirkrichtungen, getrennte Einstellungen für den Proportionalbereich notwendig (z. B. Xp1 für Heizen und Xp2 für Kühlen).