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Allgemeiner Hinweis zur Optimierung

Regleroptimierung ist die Anpassung des Reglers an den gegebenen Prozess, bzw. die Regelstrecke. Die Regelparameter müssen so gewählt werden, dass bei den gegebenen Betriebsverhältnissen ein möglichst günstiges Verhalten des Regelkreises erzielt wird. Dieses günstigste Verhalten kann jedoch unterschiedlich definiert sein, z. B. als ein schnelles Erreichen der Führungsgröße bei kleinem Überschwingen, oder ein überschwingungsfreies Anfahren bei etwas längerer Ausregelzeit. Wenn vom Regler nur ein Verhalten entsprechend einem Grenzkontakt (ohne Taktverhalten) erwartet wird, erübrigt sich die Suche nach der optimalen Einstellung für Proportionalbereich, Vorhaltezeit und Nachstellzeit. Stattdessen ist nur die Schaltdifferenz vorzugeben.
Die Regelparameter können durch eine vorhandene Selbstoptimierung meist vom Regler selbst ermittelt werden, wenn der Prozess eine Selbstoptimierung zulässt. Alternativ dazu kann die günstigste Parametereinstellung von "Hand" durch Versuche und Faustformeln (siehe Formeln im Anhang) ermittelt werden.
Beim Austausch von Reglern, oder bei regelungstechnisch identischen Anlagen, können auch Reglerparameter direkt übernommen und eingegeben werden.
Nach der Parametereinstellung von "Hand" darf die Selbstoptimierung nicht mehr gestartet werden, da sonst die Einstellungen durch die Selbstoptimierung überschrieben werden.

Formeln zur Einstellung nach der Schwingungsmethode:

Reglerstruktur  
P XP = XPk / 0,5
PI XP = XPk / 0,45
TP = 0,85 ·TK
PID XP = XPk / 0,6
Tn = 0,5 · TK
Tv = 0,12 · TK

 Formeln zur Einstellung nach der Sprungantwort:

Reglerstruktur
  Führung
Störung
P XP = 3,3 · KS · (Tu/Tg) · 100 % XP = 3,3 · KS · (Tu/Tg) · 100 %
PI XP = 2,86 · KS · (Tu/Tg) · 100 %
Tn = 1,2 · Tg
XP = 1,66 · KS · (Tu/Tg) · 100 %
Tn = 4 · Tu
PID XP = 1,66 · KS · (Tu/Tg) · 100 %
Tn = 1 · Tg
Tv = 0,5 · Tu
XP = 1,05 · KS · (Tu/Tg) · 100 %
Tn = 2,4 · Tu
Tv = 0,42 · Tu