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Kühlturm

Zur Sicherstellung des hygienegerechten Betriebes von Verdunstungskühltürmen gilt für Hersteller und Betreiber seit Januar 2015 die technische Richtlinie VDI 2047, Blatt 2. Darüber hinaus wurde eine Gesetzesinitiative gestartet. Betreiber werden durch die Richtlinie und das geplante Gesetz haftbar für hygienegerechte Wartung, Pflege und Betrieb. Die Regeln sollen dann auch rückwirkend für Altanlagen gelten.

Zur Ausrüstung neuer Kühltürme – aber insbesondere auch zur Nach- oder Umrüstung von Altanlagen – bietet JUMO passende Mess- und Regelgeräte an. Ideal auf die Empfehlungen der VDI-Richtlinie ist das modulare Mehrkanalmessgerät für die Flüssigkeitsanalyse JUMO AQUIS touch ausgelegt. Neben der Absalzung des Kühlturmes über die Messung der Leitfähigkeit, bietet das Gerät die Möglichkeit der kontrollierten Dosierung von Bioziden für die Kühlturm-Hygiene.Die Absalzverriegelung während der Biozid-Dosierung, das Einhalten von Einwirkzeiten des Biozids sowie die Grenzwertüberwachung aller wichtigen Parameter sind ebenfalls steuerbar.

Redox-Messung im Kühlturm

Die Redox-Messung im Kühlkreislauf ist wie im Trink- und Badewasserbereich dazu dienlich, um einen Eindruck vom gesamthygienischen Zustand des Wassers zu bekommen. Einzelne Desinfektionsspezies wie freies Chlor, Ozon, Chlordioxid oder Brom lassen sich damit aber nicht in ihrer Konzentration nachweisen. Es gibt auch keine typischen Messwerte, da diese aufgrund lokaler Wasserqualität und sonstigen Kühlwasserbestandteilen sehr unterschiedlich sein können. Der ideale Bereich des Redox-Potentials eines Kühlturms wird dem Anwender durch den Kühlturmhersteller oder den Chemikalienlieferanten mitgeteilt.

Absalzsteuerung durch Leitfähigkeit im Kühlturm

Verdunstet Wasser im Kühlturm-Wasserkreislauf steigt die Konzentration der verbliebenen Salze kontinuierlich an. Diese Aufsalzung kann mit einem Messgerät für elektrolytische Leitfähigkeit überwacht werden.

Bsp.: Kühlturm wird gespeist mit Wasser einer Leitfähigkeit ca. 400µS/cm. Nach einigen Wochen Betrieb steigt dieser Wert durch Verdunstung auf 1500µS/cm (1,5mS/cm).  Mit dem Anstieg der Leitfähigkeit steigt auch die Korrosivität des Kühlwassers, gleichzeitig nimmt die Kühlleistung ab. Eine Absalzsteuerung besteht deshalb aus mindestens einem Messgerät und Sensor für elektrolytische Leitfähigkeit mit einem entsprechenden Schaltpunkt zur automatischen Absalzung. Wird ein einstellbarer Grenzwert erreicht wird ein Teil des eingedickten Mediums in den Kanal abgelassen und Frischwasser nachdosiert. Während man aus Kostengründen früher konduktive Leitfähigkeitssensoren einsetzte (Prinzip: zwei leitfähige Elektroden aus Graphit oder Edelstahl in einem Isolierkörper) wird heute als Stand der Technik nur noch der Einsatz von induktiver Leitfähigkeitsmesstechnik empfohlen („berührungslose“ Messung ohne leitende Materialien im Medium; Transformatorprinzip). Die induktive Messung ist praktisch wartungsfrei und auch frei von Messwertdrifts durch Verschmutzung. Bei der älteren, konduktiven Messmethode kann Schmutz oder Korrosion an den offenen Elektroden zu falschen Messwerten führen und die Lebensdauer des Sensors beschränken.